VDI 2052

VDI 2052 gilt für gewerbliche Küchen ab einer Leistung von 25 KW. Bei Haushaltsküchen und Kleinstküchen unter 25 KW findet diese Richtlinie keine Anwendung. Hier wird die Verwendung einer Abluftanlage lediglich empfohlen.

Die VDI 2052 beschreibt dabei den technischen Stand der Abluftanlage sowie den Aufbau einer Anlage in gewerblichen Küchen wie folgt:

Die Abluft wird von jegliche Fettbestandteilen sowie Gerüchen und weiteren gasförmigen Bestandteilen die bei der Verbrennung, beim Garen, Kochen oder Grillen, entstehen gereinigt. Dabei müssen alle hygienischen Anforderungen an die Raumluftqualität erfüllt werden.

Außerdem soll die Anlage dafür sorgen, dass die Raumtemperatur möglichst nicht über 26° Grade ansteigt. Die ideale Raumtemperatur beträgt 18° Grad, diese kann sich zum Beispiel durch konvektionieren, kochen oder auch durch Spülvorgänge erhöhen.

Da bei der Zubereitung von Speisen sowie beim Spülen Feuchtigkeit anfällt, ist es wichtig, dass Ihre Anlage genug Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen kann.

Per Definition können Raumlufttechnische Anlagen also in folgende Kategorien eingeteilt werden:

1. Abluftanlagen

Abluftanlagen sorgen in kommerziellen Küchen dafür, dass Fettbestandteile, Gerüche und sonstige belastende Produkte aus der Raumluft gefiltert und abtransportiert werden.

Die zulässigen Emissionswerte müssen zwingen eingehalten werden – dies sollte bei der Konstruktion und Montage bereits durch den Einsatz geeigneter Abscheidungstechniken umgesetzt werden.

2. Zuluftanlagen

Abluftanlagen führen, wie der Name schon sagt, Raumluft ab. Um die optimalen Voraussetzungen für die Abfuhr von Luftfeuchtigkeit und Wärme zu schaffen und Raumluft zuzuführen, benötigen Sie eine Zuluftanlage.

Bei der Konstruktion einer Zuluftanlage dürfen im Arbeitsbereich keine zusätzlichen hygienischen Belastungen entstehen. Weder bei der Luftansaugung, noch bei der Luftaufbereitung oder Verteilung der Luft.

Bei der Montage und Planung ist zudem darauf zu achten, dass alle Nötigen Reinigungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten an Ihrer Abluft- oder Zuluftanlage leicht durchzuführen sind. Um alle wartungsintensiven Bereiche zugänglich zu machen, sollte hier bereits auf eine ausreichende Anzahl an Revisionsöffnungen geachtet werden.

3. Zu- und Abluftventilatoren

Wichtig: Generell sind Ventilatoren mit im Luftstrom liegenden Motoren NICHT zulässig. Alle Motorengehäuse müssen zwingend mit einer Entleerungseinrichtung für Stoffe wie Fett oder Öl ausgestattet sein, damit sichergestellt ist, dass keine luftfremden Stoffe mehr in der Luft enthalten sind.

4. Zu- und Abluftrohre

Aus hygienischen Gründen müssen Zu- und Abluftrohre fettdicht, laugen- und säurebeständig sein sowie aus glattem Material bestehen. Um die notwendigen und vorgeschriebenen Reinigungs- und Wartungsarbeiten mit flüssigen Reinigungsmitteln durchführen zu können, müssen bei Querschnittsänderungen, an Abzweigen oder Bögen, soweit bei geraden Rohren, alle 3 m weitere Revisionsöffnungen eingearbeitet werden. Die Wartungsöffnungen müssen zudem mit den passenden Revisionsdeckeln verschlossen werden.

5. Lüftungshauben und -decken

Küchenabluft die in Abluftleitungen abgeleitet wird muss zuerst durch sogenannte Aerosolabscheider gereinigt worden sein, bevor sie überhaupt abgeleitet werden darf. Hierbei ist es unabdingbar, dass die Aerosolabscheider aus Chromnickelstahl bestehen (mindestens Werkstoffnummer 1.4301). Außerdem müssen die Aerosolabscheider, wenn Sie über thermischen Geräten mit erhöhter Brandgefahr (Beispielsweise Herden oder Grills) installiert sind, mindestens flammendurchschlagsicher nach DIN 18869-5 sein.

Die Haubenhöhe bei Lüftungshauben muss mindestens 40 cm betragen um einen ausreichenden Abluftraum zum Abführen von küchentechnischen Emissionen zu haben. Auch hier empfiehlt es sich, Chromnickelstahl als Material zu wählen.

Brandschutz

Um den geltenden Brandschutzbestimmungen gerecht zu werden, müssen alle Teile der Lüftungsanlage, einschließlich der Ab- und Zuluftleitungen, aus nicht brennbarem Material gefertigt sein. Feste und flüssige Bestandteile in der Küchenabluft müssen zuvor soweit wie möglich aus der Luft heraus gefiltert werden um den Gefahren eines Brandes vorzubeugen – hierzu dienen unter anderem die Aerosolabscheider. So verhindern Sie einen möglichen Flammendurchschlag in angrenzende Teile Ihrer Küchenabluftanlage. Auch auf die regelmäßige Reinigung und Wartung und auf ausreichend vorhandene Revisionsöffnungen sollten Sie aus brandschutztechnischen Gründen größten Wert legen. Alle angebrachten Brandschutzkappen müsse außerdem gesondert geprüft und zugelassen werden.

Bei Bedarf kann uns unsere Tochterfirma T&S Ladenbau Berlin GmbH Brandschutzdecken, Türen oder Brandschottungen Fachgerecht einbauen. Alle eingebauten Brandschutzprodukte erhalten ein Brandschutzzertifikat zur Vorlage beim Bauträger

Betrieb und Instandhaltung

Alle durchgeführten Kontrollen und Reinigungen an Ihrer Anlage müssen in einem Prüfbuch dokumentiert werden. Dabei sollten Sie folgende Regeln beachten:

TÄGLICH: Die Lüftungshauben und alle Komponenten sollten täglich kontrolliert und bei Bedarf, bzw. bei Verunreinigung sofort gereinigt werden.

MONATLICH: Lüftungsdecken sollten monatlich kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden.

HALBJÄHRLICH: Alle übrigen Komponenten Ihrer Anlage, wie Ventilatoren, Rohre oder Aggregatkammern sollten spätestens alle 6 Monate kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden.

VDI 6022 (Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen und Geräte)

Die Richtlinienreihe VDI 6022 gilt für alle raumlufttechnischen Anlagen und Geräte, die Räume oder Aufenthaltsbereiche in Räumen versorgen, in denen sich bestimmungsgemäß Personen mehr als 30 Tage pro Jahr oder regelmäßig länger als 2 Stunden pro Tag aufhalten. Sie gilt für alle Anlagen und deren zentrale und dezentrale Komponenten- auch für Aggregate wie z.B. Rückkühlwerke, die die Zuluftqualität beeinflussen. Die Richtlinie fordert keine Produktprüfung oder -Zertifizierung.

Lüftungsanlagen sollen ein physiologisch günstiges Raumklima und eine hygienisch einwandfreie Qualität der Innenraumluft sicherstellen. Sie sind so zu planen, auszuführen, zu betreiben und instand zu halten, dass von ihnen weder eine Gefährdung der Gesundheit noch Störungen der Befindlichkeit, der thermischen Behaglichkeit oder Geruchsbelästigungen ausgehen.

Raumlufttechnische Anlagen müssen in allen luftführenden Bereichen so gestaltet, betrieben und instand gehalten werden, dass eine Belastung durch Schadgase sowie anorganische und organische Verunreinigungen sicher vermieden wird.

Der Gehalt der Zuluft an Stäuben, Bakterien, Pilzen und biologischen Inhaltsstoffen darf denjenigen der Vergleichsluft, in der Regel die Außenluf vor Ort in keiner Kategorie überschreiten. Eine Ausnahme bilden hier lediglich Umluftanlagen.

Hygieneinspektion gemäß VDI 6022:

Die Hygieneinspektion nach VDI 6022 teilt sich in eine Erstinspektion und eine Wiederholungsinspektion. Das Ergebnis der durchgeführten Hygieneinspektion wird dokumentiert und dem Betreiber der Anlage schriftlich mitgeteilt. Im Zuge dieser Mitteilung erhält der Betreiber eine Auflistung aller empfohlenen oder notwendigen Maßnahmen. Eine Hygieneerstinspektion erfolgt bei der Abnahme nach einem Anlagenneubau und bei einem Betreiberwechsel.

I. Die Hygiene-Erstinspektion beinhaltet folgende Tätigkeiten:

  • Inhalt der Wiederholungs-Hygieneinspektion
  • Festlegung und Markierung der Probeentnahmeorte für Hygienekontrollen und -inspektionen
  • Überprüfung der Umsetzung aller Anforderungen dieser Richtlinie hinsichtlich Planung, Fertigung und Ausführung bzw. ggf. bisher durchgeführten Betriebes
  • Überprüfung der Umsetzung aller Anforderungen dieser Richtlinie hinsichtlich Planung, Fertigung und Ausführung bzw. ggf. bisher durchgeführten Betriebes

II. Die Wiederholungs-Hygieneinspektion beinhaltet folgende Tätigkeiten:

  • Inhalt der Wiederholungs-Hygieneinspektion
  • Kontrolle der RLT-Zentrale inkl. aller Komponenten und der versorgten Räume
  • Messung physikalischer Klimaparameter
  • Bestimmung des Verschmutzungsgrades der Lüftungskanäle durch Ermittlung der Staubflächendichte (g/m²)
  • Bestimmung des Gesamtkeimgehaltes und der Legionellen-Konzentration im Umlaufwasser von Befeuchteranlagen und Rückkühlwerken
  • Oberflächenkeimzahlbestimmung (Schimmel-, Hefepilz, Bakterien) und eventuell Luftkeimzahlbestimmung
  • Probenahmen und Analysen der Luft oder Staub auf Schadstoffe bei Verdachtsfällen. Bei erforderlichen Nachinspektionen sind weitere Inspektionstermine nach Dringlichkeit der durchzuführenden Maßnahmen festzulegen.

Die durch Fachpersonal durchzuführenden Wartungsintervalle von RLT-Anlagen betragen üblicherweise:

  • Alle 2 Jahre bei Anlagen mit Luftbefeuchtung
  • Alle 3 Jahre bei Anlagen ohne Luftbefeuchtung

VDI 2079 (Abnahmeprüfung an raumlufttechnischen Anlagen)

  • Messung des Luftstromes
  • Messung der Raumluftgeschwindigkeit
  • Messung der Lufttemperatur
  • Messung der Luftfeuchte
  • Messung des Schallpegel
  • Messung der Stromaufnahme

Diese Messung ist bei allen raumlufttechnischen Anlagen vorgeschrieben und soll als Nachweis dienen, dass die zugesicherten Sollwerte der Anlage auch tatsächlich erbracht werden.

Darüber hinaus regelt die VDI 2079 auch, welche Feststellungen und Messungen bei unterschiedlichen Lüftungsanlagentypen durchzuführen sind. Hier ist es nicht relevant, ob vertragliche oder nicht vertragliche Vereinbarungen vorliegen.

VDI 2080 (Lüftung von Gebäuden; Messverfahren für die Übergabe eingebauter raumlufttechnischer Anlagen)

Für mechanisch betriebene Raumluftanlagen, die zur Erhaltung des Behaglichkeitzustandes in Gebäuden zuständig sind, gilt die Europa Norm DIN EN 12599. Die Norm schreibt eine einwandfreie Abstimmung in technischer, raumklimatischer und thermischer Hinsicht für alle Raumlufttechnischen Anlagen vor. Die Anlagen sind vor Inbetriebnahme einer umfassenden Abnahmeprüfung zu unterziehen. Erst danach dürfen Sie vom Eigentümer betrieben werden. Nach der Abnahme, welche spätestens 12 Tage nach Fertigstellung der Anlage erfolgt sein muss, geht die Verantwortung über die Anlage und den Zustand dieser an den Betreiber über.

Die auszuführenden Arbeiten sind hierbei in DIN EN 12599 vorgegeben.

  • Umfang und Klasseneinteilung
  • Vollständigkeitsprüfung
  • Funktionsprüfung
  • Funktionsmessung
  • Abnahmebericht
  • Sondermessungen

Messverfahren und Messgeräte für Raumlufttechnische Anlagen

Die VDI-Richtlinien 2079/2080 beziehen sich auf die Messgrößen Druck, Temperatur, Feuchte, Raumluftgeschwindigkeit, Luftstrom, Flüssigkeitsstrom, Schall, Luftreinheit, Leckluftstrom und elektrische Leistung. Neben den Messungen an den verschiedenen Bauelementen, einschließlich Regelungs-, Steuerungs- und Schaltanlagen, wird noch auf die Unsicherheit der Messeinrichtungen hingewiesen.